Dieter Hallervorden kommt in die Sachsenklinik
bild.de 07.05.2010
TV-Ulknudel Dieter Hallervorden unternimmt einen Abstecher ins Krankenhausmetier.
Der 74-Jährige stand am Freitag in Leipzig für eine Folge der MDR-Serie «In aller Freundschaft» vor der Kamera. In Episode 487 mimt Hallervorden das Opfer eines Jagdunfalls, dem in der Sachsenklinik geholfen werden muss.
Die Folge «Blattschuss» soll im September 2010 ausgestrahlt werden. «In aller Freundschaft» läuft immer dienstags um 21.05 Uhr in der ARD.



Schlossparktheater
Das ganze Jahr Premierenstimmung
Dieter Hallervorden lädt zum Neujahrsempfang ins Schlossparktheater. Der Start scheint gelungen
.
tagespiegel.de 16.01.2010

In der Politik ist es üblich, nach 100 Tagen eine erste Bilanz zu ziehen. Die Kunst lässt sich mehr Zeit. Vor viereinhalb Monaten hat Dieter Hallervorden mit eigenem Geld und unter dem Jubel von Publikum, Prominenz, Politik und Presse das jahrelang geschlossene und verfallene Steglitzer Schlossparktheater wiedereröffnet. Am Freitagabend hat er seine Gäste zum Neujahrsempfang begrüßt – und zugleich ein positives Fazit der ersten Wochen gezogen. Nein, er bedauere die Entscheidung, mit 74 Jahren noch einmal ein Theater übernommen zu haben, überhaupt nicht: „Die Voraussetzung von Erfolg ist, dass man sein Handwerk liebt. Und wir haben viel Anerkennung von allen Seiten bekommen für den Mut, dieses Haus wiederzueröffnen, und für die Qualität des Gebotenen.“

Rückblick: Am 2. September 2009 strahlt die klassizistische Pforte des Schlossparktheaters erstmals seit langem wieder im Scheinwerferlicht. Der zugewucherte Rasen ist gemäht, die ausrangierten und rostenden Einkaufswagen, die nach dem Rückzug des letzten Mieters Stage Entertainment das Bild bestimmt haben, beseitigt. Auf den Gesichtern der Gäste zeichnen sich Freude und Erwartung ab, der Regierende Bürgermeister hat einen Abend zuvor gemeinsam mit Alfred Biolek die Eröffnungsgala moderiert, sogar der Bundespräsident ist zur ersten Premiere „Die Socken Opus 124“ gekommen. Das Stück selbst ist nur ein schaler Beckett-Aufguss, aber Dieter Hallervorden und Ilja Richter holen das meiste aus ihren Figuren heraus – ein Versprechen, dass an diesem Ort nach der kurzen Musical-Ära und dem langen Leerstand wieder klassisches Sprechtheater zu seinem Recht kommen würde.

Fünf Premieren hat es seither gegeben, darunter die Politsatire „König der Herzen“, in der der britische Thronfolger aus Liebe zu einem muslimischen Mädchen zum Islam konvertieren möchte. Hallervorden spielt den zynischen Premierminister. Beim Publikum würde allerdings, sagt er, „Love Letters“ am besten ankommen, ein Stück über die sehr konträr verlaufenden Biografien zweier Menschen, die sich ihre Liebe nur in Briefen gestehen können.

Die Auslastung seines Hauses würde bei 80 Prozent liegen – „und das, obwohl wir keine Zeit hatten, einen Abonnentenstamm aufzubauen, und auch keine Touristenbusse täglich die Massen vor unsere Türe karren“. Jeder einzelne Besucher entscheide sich individuell, ins Schlossparktheater zu kommen. Obwohl er keine Untersuchungen durchführen lässt, geht Hallervorden davon aus, dass die meisten Besucher keine langen Wege auf sich nehmen und direkt aus Steglitz-Zehlendorf kommen.

Dessen Bürgermeister Norbert Kopp hat ihm beim Neujahrsempfang eine Spende der Meridian-Stiftung in Höhe von 40 000 Euro überreicht. Die sind allerdings schon wieder ausgegeben: für die Neuproduktion „Die Nadel der Kleopatra“, die am Donnerstag Premiere hatte (Rezension Seite 24). Das hohe Tempo beim Aufbau eines neuen Spielplans wird Hallervorden beibehalten, bis Januar 2011 stehen die Premieren fest. Die nächste Uraufführung – „Zebralla“– folgt schon am 4. Februar. Wer Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion ist, dürfte klar sein. Hallervorden selbst drückt das natürlich so aus: „In diesem Fall leider mit mir.“



Didis Theater lockt ganz Berlin nach Steglitz
BZ Berlin 26. 09 2009
Vor drei Monaten eröffnete Dieter Hallervorden das Schlosspark-Theater - in einer Zeit der Rezession ein Wahnsinn. Heute feiert das Haus mit "König der Herzen" seine dritte Eigenpremiere, zusätzlich holte Hallervorden seit der Eröffnung fünf Gastspiele als Premieren ans Haus. "Da wir bisher noch ohne Abonnement arbeiten und vorm Theater auch keine Busse halten, die Touristenmassen 'ausspucken', können wir mit einer Auslastung von 80 Prozent auch recht zufrieden sein", so Hallervorden. Zuschauer kommen aus ganz Berlin, nicht nur aus Steglitz, so der Theatermann weiter.
Vor allem wollen sie aber ihn sehen. Das werden sie auch heute Abend, wenn Hallervorden in der rabenschwarzen Polit-Satire den englischen Premierminister spielt. Der hat ein Problem zu lösen. Charles, mittlerweile König von England, fällt ins Koma, William rückt nach und will eine Muslimin heiraten. Wie jede Premiere ist auch diese ein Wagnis. Immerhin steht Hallervorden mit seinem eigenen Geld gerade.


Komödie: Die Socken Opus 124
zitty.de 10.09.2009

Viel Sympathie schlägt Dieter Hallervorden entgegen, als er zum ersten Mal in der Eröffnungspremiere des von ihm wiedergeöffneten Steglitzer Schlossparktheaters die Bühne betritt. Es gibt Auftrittsapplaus – wie im Kabarett, dabei ist Hallervorden hier ausdrücklich als Schauspieler und nicht als Komiker angetreten. Wann hat man ihn überhaupt zuletzt als Schauspieler erlebt? Das Publikum muss umdenken, denn sein „Didi“ strebt auf seine alten Tage ins ernsthafte Fach. Aber nicht allzu sehr. „Unterhaltungstheater mit philosophischem Gerüst“ hat Hallervorden dem Haus verordnet, und „Die Socken Opus 124“ des Franzosen Daniel Colas gibt da die Richtung vor.

Zwei alternde Schauspieler fetzen sich tragisch-komisch. Neil Simons Klassiker „Sonny Boys“ steht deutlich Pate. Die Schauspieler, die Schauspieler spielen, sind hier Ilja Richter und eben Hallervorden selbst. Viel grundsätzliches Einverständnis spürt man zwischen den Protagonisten und dem Publikum, wenn das Stück passende Stichworte für ein paar Hiebe gegen das Regietheater gibt, das ja erklärtermaßen an diesem Theater keinen Platz (mehr) haben soll. So inszeniert Katharina Thalbach brav und effektiv am Text entlang, der allen wohl und niemand weh tut.

Die tragische Dimension der ihren längst vergessenen Ruhm nachtrauernden Mimen bleibt oberflächlich, was auch der pointenheischenden Boulevard-Spielweise des Duos geschuldet ist. Gewagt wird hier nur die Unterstreichung von Klischees. Der Einzige, der sich ein bisschen was getraut hat, ist Ilja Richter: Der ließ sich für seine Rolle eine Glatze schneiden.



Horst Köhler feiert mit Dieter Hallervorden und Ilja Richter
morgenpost.de 04. 09.2009

Prominente Zuschauer hatten Didi Hallervorden und Ilja Richter am Mittwochabend mit dem Bundespräsidenten Horst Köhler und seiner Frau Eva Luise in der dritten Parkettreihe (Plätze 7 und 8) bei der Premiere des Eröffnungsstücks "Die Socken Opus 124". Anschließend stieß Köhler im Außenbereich des neu eröffneten Schlosspark-Theaters beim Champagnerempfang mit Hallervorden und Richter an. Ebenfalls bei der Premiere: TV-Regisseur Dieter Wedel und der Autor des Stücks, Daniel Colas , der extra aus Frankreich anreiste.



Countdown für Eröffnung des Schlosspark-Theaters

Borkener Zeitung 15.08.2009


Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der Moderator Alfred Biolek eröffnen am 1. September das jahrelang geschlossene Berliner Schlosspark-Theater. Es steht dann unter der neuen Leitung von Dieter Hallervorden.

Bei der Gala werden viele der Schauspieler erwartet, «die einstmals zu Glanz und Gloria dieser Bühne beigetragen haben», wie das Theater am Samstag ankündigte. «Wir sind stolz, an diesem Abend ein Stück Berliner Theatergeschichte wieder aufleben zu lassen», heißt es in der Ankündigung.
Am Tag darauf wird als deutsche Erstaufführung der französische Komödienerfolg «Die Socken - Opus 124» von Daniel Colas in der Regie von Katharina Thalbach gezeigt. Mit dabei sind Hallervorden und Ilja Richter. In dem Stück treffen zwei ältere Schauspieler aufeinander, die beruflich total unterschiedliche Wurzeln haben. Der eine kommt vom klassischen Theater und war einmal gefeierter Shakespeare- Darsteller, der andere war eher bei der leichten Muse beheimatet.

Hallervorden, der am 5. September seinen 74. Geburtstag feiert, leitet bereits die traditionsreiche Kleinkunstbühne «Wühlmäuse» am Theodor-Heuss-Platz am Funkturm. Das früher gemeinsam mit dem Schiller-Theater zu den Staatlichen Bühnen Berlins gehörende Schlosspark-Theater lag lange Zeit im Dornröschenschlaf. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann im einstigen Wrangel-Schlösschen unter dem Generalintendanten Boleslaw Barlog, der dann Jahrzehnte lang auch das Schiller-Theater leitete, eine glanzvolle Theater-Ära mit Schauspielern wie Martin Held, Bernhard Minetti, Carl Raddatz, Berta Drews, Hildegard Knef und Klaus Kinski.

Hallervorden hat einen Zehn-Jahres-Vertrag abgeschlossen. Öffentliche Subventionen sind nicht vorgesehen. Allerdings soll Hallervorden fünf Jahre die Miete erlassen werden.

Hallervorden plant Koproduktionen mit den Hamburger Kammerspielen, dem Deutschen Theater in Göttingen und dem Anhaltischen Theater in Dessau, wo der Schauspieler geboren wurde und dessen Ehrenbürger er ist. Der Kabarettist will in Berlin «anspruchsvolles Sprechtheater» anbieten und plant «auf keinen Fall "Wühlmäuse 2"». Das Theater der «Wühlmäuse» am Funkturm ist ein gutlaufendes Comedy-Theater.



Sirene überrascht sogar Regisseurin
Mitteldeutsche Zeitung 05.07.2009

Bei der Voraufführung des Bühnenstückes "Die Socken Opus 124" läuft nicht alles nach Drehbuch. Dieter Hallervorden und Ilja Richter lassen sich nichts anmerken. Das Publikum ist verunsichert.

Die Voraufführung eines Theaterstückes birgt unter Umständen gewisse Überraschungen. "Es können diverse Pannen passieren", begrüßt Regisseurin Katharina Thalbach das Publikum im Johann-Sebastian-Bach-Saal. Die deutsche Erstaufführung ihres Werkes "Die Socken Opus 124" mit Dieter Hallervorden und Ilja Richter steht auf dem Programm. Zahlreiche Besucher haben sich eingefunden. Brigitte Rößchen, die in der ersten Reihe Platz genommen hat, hofft auf einen unterhaltsamen Samstagabend.

"Es könnte passieren, dass ich von da oben runter brülle: Bitte nochmal!", bemerkt Katharina Thalbach. Von der Empore aus hat sie einen guten Blick auf die Bühne. Textpatzer, fehlende Requisiten ... mit allem Möglichen hat die Regisseurin gerechnet. Damit aber nicht: Mitten im ersten Teil des Theaterstückes ertönt das anhaltende Heulen einer Sirene. Dieter Hallervorden und Ilja Richter lassen sich nichts anmerken. Die Bühnenhelfer am Rand des Geschehens laufen aufgeregt umher.

Im Publikum macht sich Verunsicherung breit. "Das ist nicht inszeniert", teilt Katharina Thalbach mit. Von dem Feuerwehrfahrzeug, das den Platz vor dem Veranstaltungszentrum befährt, bekommen die Gäste nichts mit. Letztlich sind die Kameraden umsonst angerückt. Es handelt sich um einen Fehlalarm. Entsprechend des Drehbuches nehmen "Die Socken Opus 124" ihren geplanten Lauf.

Zwei gealterte Schauspieler proben für einen gemeinsamen Rezitationsabend. Dieter Hallervorden mimt einen energischen Freigeist, der alles und jeden in Frage stellt. Ihm gegenüber steht Ilja Richter in seiner Rolle als intellektueller Akteur, der hartnäckig auf seiner Vision von burlesker Parodie beruht. "Ich finde diese Clowns einfach bescheuert", betont Hallervorden. Seine Meinung stößt auf wenig Einsicht. Ein lautstarkes Wortgefecht entfacht. Vorurteile schmettern auf verbitterte Engstirnigkeit.

Die verbalen Auseinandersetzungen bewegen sich an der Grenze des guten Geschmacks. Sie scheinen nichts anderes als ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Realität. Homosexualität, Weihnachtsdepressionen und familiäre Schicksalsschläge werden thematisiert. Das Theaterstück ist eine Mischung aus mitreißender Komik und zwischenmenschlicher Tragik. Kaum haben sich die Wogen geglättet, beginnt die Diskussion zwischen den beiden Schauspielern erneut. Parallel zur anschwellenden Absurdität des Streites wird auch die Kostümierung der beiden Akteure zunehmend skurriler. Dieter Hallervorden tritt in einem ballonartigen Clownskostüm mit Glitzermütze und Salvador-Dali-Schnurrbart auf die Bühne. Ilja Richter präsentiert sich in einer seltsam anmutenden Zirkusdirektor-Aufmachung mit roter Zottelperücke.

Kaputte Socken sowie die Notwendigkeit von clownesker Kostümierung und Pantomime werden zum Running Gag. Kurz bevor die hitzigen Gemüter der Schauspieler und damit auch das gemeinsame Theaterstück endgültig zu platzen drohen, führt sie die Melancholie des Heiligen Abends zusammen. "Ich hatte mir ein anderes Ende vorgestellt", äußerte sich Besucherin Marion Mellin im Hinblick auf das klischeehafte Happy End.

Die Dessauerin beschrieb die zweistündige Vorstellung als "Wirrwarr", was durch die ständig neu ansetzende Diskussion der engstirnigen Charaktere bedingt sei. Silvia und Hans-Dieter Fende aus Köthen waren positiv überrascht. Humor und Mimik von Dieter Hallervorden seien besonders beeindruckend gewesen. Über den Unterhaltungswert des Theaterstückes mag es verschiedene Ansichten geben. Der anhaltende Applaus des Publikums sprach für sich.

Am 2. September findet die Deutschland-Premiere des Stückes in Berlin statt. Unter der Regie von Katharina Thalbach soll der Sensationserfolg aus Paris auch die hiesigen Theaterbesucher überzeugen. In Frankreich stößt "Les Chaussettes Opus 124" auf positive Resonanz. Das Stück wurde mit dem Kritikerpreis "Prix plaisir du théâtre 2007" ausgezeichnet.



Hallervorden „testet“ neues Stück in Köthen
Dessauer Ehrenbürger wieder in der Region
supersonntag-web.de 18.05.2009

Am 30. und 31. Mai gastiert Hallervorden mit seinem Ensemble unter der Regie von Bettina Rehm in der Voraufführung des Stückes „König der Herzen“ im J.-S.-Bach-Saal des Veranstaltungszentrums in Köthen. Diese Voraufführung ist ein Testlauf für eine geplante Serie in Hallervordens „Schlosspark Theater“ in Berlin, das der Künstler Anfang September mit einem neuen Team eröffnen wird. Die Bühnendekoration zu „König der Herzen“ entstand in Kooperation des Schlosspark-Theaters mit der Werkstatt für behinderte Menschen des Diakonischen Werkes Dessau und dem Anhaltischen Theater Dessau. Alistair Beatons Stück in der Übersetzung von Michael Raabe ist eine wunderbar schwarzhumorige Politsatire aus England. Trotz des beißenden Zynismus´ behält das Stück eine tief moralische und höchst aktuelle Sicht auf alle Aspekte der Macht mit ihren Auswirkungen. So spielt der Autor geschickt mit seinem inselspezifischen Blick darauf an, dass das Kernthema – Umgang mit Macht – eine durchaus virulente Kraft besit
zt und sich leicht auf andere Nationen übertragen lässt. Vier Fragen an Dieter Hallervorden. Dieter Hallervorden zum ersten Mal in der Bach-, Eichendorff- und Naumann-Stadt Köthen. Welche Beziehungen gibt es zwischen der ehemaligen Herzogstadt und Dieter Hallervorden? Dieter Hallervorden: Was mir auf Anhieb einfällt: Meine Eltern hatten gute Bekannte in Köthen – und da musste ich einmal pro Monat hin. Dummerweise jedesmal sinnlos verkleidet, also schick herausgeputzt, denn man war ja schließlich „zu Besuch“. Und jedesmal – aber wirklich jedes Mal! – dampfte auf dem Tisch ein Gericht, dessen Geruch allein mich schon rückwärts taumeln ließ: Spinat! Sie führen am 30. Mai im Köthener Veranstaltungszentrum das Stück „König der Herzen“ auf. Sind Sie der König der Herzen und warum nennt sich das Ganze „Vorpremiere“? Dieter Hallervorden: Ich spiele in dieser humorigen Politsatire einen machtbesessenen Premierminister. Das Erfolgsstück aus London präsentiere ich als Deutsche Erstaufführung und als Vorpremière habe ic
h mir Köthen ausgeguckt – nicht zuletzt, um dem Anhaltischen Theater in Dessau den Mund wässrig zu machen. Zehn exzellente Darsteller, eine überdurchschnittlich gute Regieleistung sowie ein opulentes Bühnenbild sollten „neugierig“ machen. Sie haben in Berlin das Schlosspark Theater übernommen. Reichen Ihnen die „Wühlmäuse“ nicht? Was treibt Sie an, denn Sie könnten es sich doch eigentlich auf Ihrer französischen Insel bequem machen? Dieter Hallervorden: Männer in meinem Alter haben für gewöhnlich andere Hobbies: Sie beschneiden Blumenrabatten oder stopfen Segelboote in Weinflaschen. Viele sehnen sich nach Ruhestand, ich bevorzuge den Unruhe-Stand. Das traditionsreiche Berliner Schlosspark Theater wieder neu zu beleben, ist eine große Herausforderung, der ich mich mit viel Zeit-, Energie und Geldaufwand von Herzen gern widme. Es gibt noch eine weitere neue Inszenierung mit Ihnen in Köthen. Worauf können die Besucher dann gespannt sein? Dieter Hallervorden: Anfang Juli präsentieren wir gleichfalls als deutsche
Erstaufführung ein französisches Theaterstück, das von der Kritik umjubelt letztes Jahr in Paris lief. Unter der Regie von keiner Geringeren als Katharina Thalbach spielen Ilja Richter und meine Wenigkeit die burleske Tragikomödie „Die Socken Opus 124“. Es darf gedacht und gelacht werden! Eintrittskarten für die Voraufführung des Stückes „König der Herzen“ sind in der Köthen-Information im Schloss, Tel. 03496 216217, und in der Veranstaltungskasse im Halleschen Turm, Tel.: 03496 405775 und ab sofort an der Theaterkasse im Dessauer Rathauscenter oder unter der Telefonnummer 0340/2511-333 erhältlich.


Baustellenrundgang
Hallervorden und sein fünftes Kind

morgenpost.de
11. Mai 2009

Das Schlosspark-Theater ist eine Baustelle. "Vorsicht", mahnt Dieter Hallervorden, während er mit offenen Schlappen an Leitern und Brettern vorbeibalanciert.
- Der Weg vom Foyer zum Saal ist flankiert von Zementsäcken, Schutthaufen und Farbeimern. Überall hängen lose Kabel herunter, Wände sind herausgerissen. Doch das ist noch nicht alles. Ganz Theatermann, weiß Hallervorden, dass die Pointe erst noch kommt: der Blick in den völlig entkernten Theatersaal. Er bleibt in der Tür stehen und lässt den Augenblick wirken, trocken konstatiert er: "Wie im Knochenkeller."AnzeigeTatsächlich ist viel Fantasie gefragt, um sich an diesem Nachmittag Don Quichotte oder den eingebildeten Kranken in den historischen Gemäuern vorzustellen. Im Moment geben allein Bauarbeiter den Ton auf der Bühne an. Bis September wird das traditionsreiche Theater an der Ecke Schloß- und Wrangelstraße umgebaut. Am 1. September dann soll sich der Vorhang für eine Eröffnungsgala heben, die der "Erinnerung an glorreiche Zeiten" gewidmet sein wird.
400 000 Euro aus eigener Tasche
Dieter Hallervorden hat das Theater übernommen, um an diese Zeiten anzuschließen. "Boleslaw Barlog hat dieses Haus nach dem Krieg geprägt und Künstler wie Hildegard Knef und Klaus Kinski auf die Bühne geholt", erzählt der Komiker und Kabarettist. Als Schauspielschüler habe er selbst damals alle großen Inszenierungen gesehen und die Künstler bewundert. Er wolle an diese Ära anknüpfen und die Bühne als Sprechtheater wiedereröffnen. Das sei sein fünftes Kind. Nach drei leiblichen - von denen zumindest wisse er, scherzt Hallervorden - war die Kabarettbühne "Die Wühlmäuse" sein viertes. Das fünfte, das Sprechtheater, soll nun sein letztes sein.
Etwa 400 000 Euro investiert der Schauspieler aus eigener Tasche in den Umbau, dazu kommen Lottomittel. "Das Theater war in einem grauenvollen Zustand, als ich es übernommen habe", sagt der 73-Jährige. Das Dach musste neu gedeckt, sämtliche Kabel neu verlegt werden. Die einst schwarzen Wände des Zuschauersaals sollen ein helles Blaugrau erhalten, die Bühne modernste Licht- und Tontechnik. Sanitäranlagen und Gastronomiebereich werden erweitert, Garderoben und Foyer frisch gestrichen. Die 450 Plätze im Saal bleiben erhalten. Hallervorden hat sich beim Rundgang über die Theaterbaustelle seinen Stoffbeutel über die Schulter geworfen. Das Textbuch darin wiegt schwer. Der Schauspieler kommt direkt von der Probe für ein Stück, das im November im Schlosspark-Theater Premiere haben wird. In der deutschen Erstaufführung "König der Herzen" spielt er einen englischen Premierminister. "Die Inszenierung ist lange vor den Umbauten im Schlosspark-Theater fertig", sagt er. Hallervorden überlässt nichts dem Zufall. In seiner Heimatstadt Dessau - "in der Provinz" - wird er die ersten Stücke zur Probe aufführen. Die Reaktionen der Zuschauer seien ihm wichtig, sagt er, daran könne er erkennen, ob das Stück richtig läuft.
Qualität durch große Namen
Hallervorden ist Perfektionist, aber er weiß auch, dass er nicht mit jeder Produktion jeden erreichen kann. "Doch jeder soll das Gefühl haben, für sein Geld gut unterhalten worden zu sein", lautet seine Devise. Die Liebe zum Detail macht für ihn ebenso Qualität aus wie bekannte Namen: Katharina Thalbach, Brigitte Grothum, Cosma Shiva Hagen oder Michael Degen haben ihr Engagement am Schlosspark-Theater bereits zugesagt. Natürlich kann Dieter Hallervorden auch auf seinen eigenen Bekanntheitsgrad bauen.
Neuland betritt der eher als Komiker und Kabarettist bekannte Schauspieler mit seinem Ausflug ins Theaterfach nicht. Beim klassischen Theater fing er schließlich an, erzählt er, noch vor den Wühlmäusen war das. Daher habe er seinen Hut in den Ring geworfen, als ein neuer Betreiber der Steglitzer Bühne gesucht wurde. Mit seiner Energie, Lust und Laune, aber auch mit dem notwendigen Aufwand an Zeit und Geld hätte er wohl das Bewerberrennen für sich entschieden, meint Hallervorden.
Bereits jetzt steht der Spielplan bis zum Juni nächsten Jahres. Neben Eigenproduktionen erwarten den Zuschauer auch Koproduktionen, zum Beispiel mit dem Anhaltischen Theater Dessau, und Gastspiele. Jeden Monat sollen acht verschiedene Stücke auf dem Programm stehen. "Ich will kein reines Bildungstheater machen, aber auch nicht den Boulevard vom Kurfürstendamm nach Steglitz holen", erklärt Hallervorden sein Konzept. Einen gemeinsamen Nenner legt er dennoch seinen Stücken zugrunde: Das Publikum solle etwas zum Schmunzeln und zum Lachen haben. Das Sprechtheater wird von Lesungen, Konzerten und Kleinkunst ergänzt.
Dieter Hallervorden weiß, auf welches Abenteuer er sich eingelassen hat. Er hofft auf sein Publikum "von Mitte bis Potsdam" und eine mindestens 60-prozentige Auslastung des Theaters. Und er hofft, mit einer schwarzen Null aus dem Abenteuer herauszukommen. Auch wenn er sich selbst nicht als Mäzen bezeichnen wolle: Aus materiellen Gründen habe er das Theater nicht übernommen, sagt er. "Ich habe sehr viel Schwein gehabt in meinem Leben", so der Schauspieler. Nun wolle er von diesem Glück etwas zurückgeben. Und schließlich witzelt er doch noch: "Das entlastet dann auch die Erben von zu hohen Dankesverpflichtungen."


Comedy-Preis für Hallervorden
Nonstop Ehrungen!
bild.de 01.04.2009


Ulk-Urgestein Dieter Hallervorden (73, „Palim, Palim... Ich hätte gern ‘ne Flasche Pommes Frites“) bekommt den Komiker-Preis Prix Pantheon 2009.
Am 27. April wird „Didi“ im Bonner Pantheon-Theater die „Reif und Bekloppt“-Auszeichnung (dotiert mit 4000 Euro) überreicht – für sein Lebenswerk. Denn der „Wühlmäuse“-Kabarett-Chef bringt nicht nur die Menschen zum Lachen, sondern kümmert sich auch um den Fortbestand der Kulturstätten in Berlin.
Laut Pantheon-Jury ist er: „Bekloppt genug, in Zeiten der Krise das historische Schlosspark-Theater in Berlin zu sanieren.“ Hallervorden finanziert die 1,2 Mio. Euro dafür größtenteils selbst.



Steiger Award Gala in der Jahrhunderthalle Bochum - glanzvoll und seriös
RuhrNachrichten 29. März 2009

Didi Hallervorden sagt es ganz ehrlich: „Steiger Award – noch nie davon gehört.“ Er kam trotzdem nach Bochum in die Jahrhunderthalle und hielt am Samstag die Trophäe in den Händen. Und mit ihm viele Prominente aus Politik, Medien und Kultur.


Es war eine glanzvolle Gala der große Namen in der Jahrhunderthalle: Maximilian Schell, Sir Bob Geldof, Veronica Ferres, Sir David Frost. Sie alle zeichnen Eigenschaften aus, die einem Steiger zugesprochen werden: Geradlinigkeit, Zivilcourage, Offenheit, Beharrlichkeit.

Wiener Steiger

Nur Maximilian Schell, der den Steiger Award für sein beeindruckendes Lebenswerk erhielt, befürchtete lächelnd, man könne die Wiener Bedeutung des Namens Steiger meinen: „Dass ist doch einer, der den Frauen nachsteigt.“

Die fünfte Verleihung des Steiger Awards an diesmal zehn Preisträger war politischer als in den früheren Jahren. Es fehlten die vielen Fans am – von Presse dicht gesäumten – roten Teppich. Schließlich gab es keinen Nachwuchspreis für die Ochsenknecht-Jungs oder Tokyo Hotel. Dafür viele beeindruckende Momente in der dreieinhalbstündigen Verleihung, die nicht nur Bob Geldofs Magen knurren ließ.

Sir Bob Geldof mahnt

Obwohl der Musiker und Afrika-Aktivist für seine Musik geehrt wurde, mahnte er in seiner Rede die vielen anwesenden Politiker, aber auch Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Köhler, sich beim G 20-Gipfel in London für die armen Länder einzusetzen. Zuvor hatte er bereits mit Bundestagspräsident Norbert Lammert intensive über seine Projekte zur Armutsbekämpfung gesprochen.

Eine Botschaft hatte auch der ehemalige polnische Staatspräsident Alexander Kwasniewski: „Wir brauchen mehr Europa“ war er sich mit Roman Prodi einig. Arm in Arm mit dem ehemaligen italienischen Regierungschef freute er sich über die Ehrung ihres Einsatzes für Europa – ein schönes Bild.

Tochter eines Kohlehändlers

Das bot auch die im kurzen schwarzen Kleid blendend aussehende Veronica Ferres. Die Schauspielerin, die von ihrem Bruder begleitet wurde, verbindet wohl am meisten mit dem Ruhrgebiet und dem Steiger Award, wuchs sie doch in Solingen als Tochter eines Kohle- und Kartoffelhändlers auf und fuhr mit dem Vater oft zur Zeche nach Bochum, um die Kohlen abzuholen. Der Preis für ihre Filmarbeit bedeute ihr viel, erzählte sie. „Wenn es Schatten in meinem Leben gibt – ich versichere Ihnen, die gibt es auch – wird der Preis mir helfen, mein Gesicht wieder der Sonne zuzuwenden“.

Viel Beifall im Saal gab „für den überzeugten Ruhrpottler“ Klaus Steilmann. Geschätzt 100 Millionen, so Laudator Werner Hansch, habe der Wattenscheider in den Sport investiert, in Fußball, Leichtathletik und Rhythmische Sportgymnastik. Der fast 80-Jährige zeigte sich zwar gesundheitlich angeschlagen, aber unvermindert kämpferisch. Mit dem „Mistkerl von Präsident des deutschen Turnerbundes“ hat er wohl noch eine Rechnung offen, nachdem dieser das Projekt Olympia der Sportgymnasten abgebrochen hat.
Standing Ovations gab es am Ende für Maximilian Schell, der sich berührt zeigte angesichts der vielen anderen großen Persönlichkeiten im Saal. Er habe „vier Stunden in Freundschaft verbracht“, erklärte er, der sich besonders über das Wiedersehen mit Veronica Ferres – „er wird das nicht gerne hören, aber er ist ein väterlicher Freund für ich “ – gefreut hatte.

Preis hat Zukunft

Bestens gelaunt reiste auch Didi Hallervorden wieder ab. Er, der beim ersten Anruf des Erfinders des Steiger Awards, Sascha Hellen, noch geglaubt hatte, man wolle ihm einen Treppenlift andrehen, zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung doch beeindruckt. „Natürlich ist der Steiger Award nicht der Bambi, das muss sich entwickeln. Die arbeiten da dran“, sieht er dem Steiger Award eine große Zukunft voraus.



Didi wird zum König der Herzen
In diesem und im folgenden Jahr finden prominente Künstler den Weg in die Bachstadt Köthen
Mitteldeutsche Zeitung 26.03.2009


Köthen und Umgebung können sich auf eine ganze Reihe hochkarätiger Veranstaltungen freuen - so könnte man mit Recht die Quintessenz aus einem Pressegespräch ziehen, das gestern von der Köthen Kultur und Marketing GmbH (KKM) veranstaltet worden ist. Dabei tauchten Namen wie Dieter Hallervorden, Walter Plathe, Bernd Stelter, Maxi Arland und Dominik Horwitz auf. Gegengewicht zu dieser Herrenriege: "The 10 Sopranos", zauberhafte junge Damen. Und alle werden im neuen Veranstaltungszentrum am Schloss zu erleben sein. Warum Größen wie diese erst jetzt als Gäste dieses Hauses präsentiert werden können, dafür nannte Michael Schuster, KKM-Geschäftsführer, einen recht einfachen Grund: "So etwas braucht etwas Vorlauf." Das Veranstaltungszentrum aber hatte erst vor fast genau einem Jahr seine Pforten geöffnet (am 29. März 2008) und seither schon eine ganze Reihe von erfolgreichen Veranstaltungen erlebt. Jetzt nun sei es möglich, echte Prominenz zu präsentieren. Denn die warte nun mal nicht drauf, dass Köthen kurzfristig anruft, sondern sei immer schon für eine gewisse Zeit ausgebucht. Aber auch in Köthen habe man die Zeit genutzt, um Kontakte zu knüpfen - und mittlerweile Ergebnisse vorzuweisen. Als ein erstes wird am 13. Juni dieses Jahres ein Familienkonzert mit der Berliner Gruppe "Rumpelstil" unter dem Titel "Jeder Tag ein Kindertag" zu erleben sein. Schuster zufolge, sei "Rumpelstil" so ziemlich das Beste, was es in Deutschland im Bereich Kinderprogramme gibt.
Mehr für Erwachsene sind dann die Theater-Vorstellungen gedacht, die am 30. und 31. Mai sowie am 4. und 5. Juni auf dem Programm stehen. Stargast Dieter Hallervorden wird in Köthen zwei Stücke zur Voraufführung bringen, die anschließend in Hallervordens Berliner Schlossparktheater gezeigt werden. Ende Mai ist "Didi" Hallervorden in "König der Herzen" zu sehen, es folgt Anfang Juni "Die Socken, Opus 124". Letzteres ist ein Zwei-Personen-Stück, in dem der Partner von Hallervorden Ilja Richter ("Licht aus, Spot an!") heißen wird. Hallervorden wird übrigens beide Stücke jeweils eine Woche lang in Köthen proben. "Wir sind sehr froh, dass Dieter Hallervorden unser Haus schon jetzt ins Herz geschlossen hat, obwohl er bisher nur Fotos davon kennt", sagte Rüdiger Thomas Weiss, Fachbereichsleiter Kultur bei der KKM.
Bald danach, am 25. Juni, gibt sich in Köthen Walter Plathe die Ehre. Der ehemalige Fernseh-Landarzt wird hier den braven Soldaten Schwejk geben - lesend, spielend, singend und sich tänzerisch bewegend. Michael Schuster: "Ich denke, es wird ein urkomischer Abend." Und ein schmackhafter. Denn anschließen wird sich ein Böhmisches Bierfest mit allem Drum und Dran. Plathe gibt dann quasi Bernd Stelter nach der Sommerpause des Veranstaltungszentums die Klinke in die Hand. Comedian Stelter kommt mit seinem fast dreistündigen Kabarettprogramm am 30. September in die Bachstadt, bevor am 28. November das Schauorchester Ungelenk die Lachmuskeln strapazieren wird. Und am 17. Dezember schließlich wird es Weihnachtliches geben mit dem Volksmusik-Star Maxi Arland. Zwischen den genannten Veranstaltungen wird es weitere geben, auf die an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden kann.
Da die KKM ihren Vorlauf nutzen will, stehen erste Termine bereits fürs kommende Jahr fest. Am 27. März kommen "The 10 Sopranos" - sozusagen die weibliche Antwort auf "The 10 Tenors". Dominik Horwitz und Pianistin Ragna Schirmer sind mit einem Schumann-Programm am 10. April 2010 zu erleben. Der Knabenchor "The Kings College Cambridge" aus Großbritannien hat sich in Köthen den 10. September 2010 vorgemerkt, und am 20. November spielt die Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg unter Frederico Longo. Kurz vor Weihnachten wird dann die Russische Staatliche Ballettakademie Perm den "Nussknacker" tanzen.


Joachim Fuchsberger und Dieter Hallervorden
Wir Kriegskinder
So erlebten wir die schrecklichen Jahre 1939 bis 1945
bild.de 16.03.2009


Sie waren Kinder im Zweiten Weltkrieg. Noch zu jung, um zu verstehen. Aber zu alt, um zu vergessen ...
In der vierteiligen ARD-Dokumentation „Kriegskinder“ (jeweils Montag, 21.00 Uhr) sprechen jetzt prominente und nicht prominente Zeitzeugen über ihre Kindheit unter Hitler. Start der Reihe war gestern Abend.

• Joachim Fuchsberger (82) erinnert sich:

„Das Wort ‚Heil Hitler!‘ und ‚Sieg Heil‘ ging uns leicht über die Lippen. Man hat das ja getan, ohne überhaupt nachzudenken. Ich wurde als Schüler abkommandiert, auf dem Dach des Rathauses in Düsseldorf einen sogenannten Beobachtungsposten zu beziehen. Wir standen da oben, haben uns ungeheuer wichtig gefühlt. Wir sagten: ,Na hoffentlich kommen sie heute Nacht, das ist ja stinkfad!‘
Dann hörte man so ein ganz leichtes ,brum-brum-brum‘. Und dann kam langsam das Motorengeräusch der Bomberverbände. Wir waren plötzlich mitten in der Hölle. Wir hörten Schreie von Menschen. Dort brennt etwas, dort liegt ein zerrissener Körper in der Straße, dort schreien Menschen um Hilfe. Man weiß überhaupt nicht, was man nun tun soll.
Für diesen Einsatz bekamen Harry Back (ein Mitschüler, d. Red.) und ich im Namen des Führers Adolf Hitler das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen.
Also sind wir zwei 15-jährigen Vollidioten stolz erhobenen Hauptes mit unserem Orden über die Königsallee marschiert.
Wenn man bedenkt, was wir damals alles getrieben haben, wozu es führte, dann kann man nur entsetzt die Augen schließen und sagen: ,Was kann man mit einem Menschen alles machen?‘“

• Dieter Hallervorden (73) erinnert sich:

„Das schlimmste Erlebnis war eigentlich, als eine Brandbombe unser Haus traf. Mein Vater war schwer gehbehindert, hatte zwei künstliche Beine und es war keiner von den Mietern bereit, hochzugehen, den Dachstuhl zu löschen. Da ist der tatsächlich mit seinen künstlichen Beinen auf den Dachstuhl hoch und hat den Brand gelöscht.
Im Luftschutzkeller saßen wir mit fremden Menschen auf engstem Raum. Wir hatten uns nichts zu sagen, wir hatten Angst, wir hörten die Bomben ringsherum fallen. Ich habe diese Nächte wirklich als grauenvoll in Erinnerung.
Man hat also sehr früh begriffen, dass das Leben endlich ist und dass es manchmal eben sehr viel früher zu Ende gehen kann, als biologisch vorgesehen ist.“



Hallervorden: Mit Bronchitis auf die Bühne
morgenpost.de 02.03.2009

"Ich will! Und ich kann! Immer einmal mehr aufstehen als hinfallen": Sein Lebensmotto musste Kabarettist Dieter "Didi" Hallervorden (73) gestern Abend sozusagen wörtlich nehmen.
Denn trotz einer schweren Bronchitis absolvierte er im Rahmen einer Galavorstellung des Berliner Theaterclubs seinen Auftritt mit dem Programm "Stationen eines Komödianten" auf der Bühne der "Wühlmäuse". Anschließend wollte ihm Club-Chef Otfried Laur den Goldenen Vorhang für sein Lebenswerk überreichen. Was bedeuten ihm Auszeichnungen? Hallervorden spitzbübisch: "Ich habe glücklicherweise die große Begabung, Lob und Anerkennung in unbegrenztem Maß ertragen zu können." Wie lange will Hallervorden, der seit 50 Jahren auf der Bühne steht, im Künstlerberuf aktiv bleiben? "Ich gehe auf die Bühne, solange der Kopf mitmacht, solange mich die Beine auf die Bühne tragen und solange das Publikum mich sehen will." Im September eröffnet Hallervorden das Schlosspark-Theater neu und will ohne Subventionen guten Regisseuren und interessanten Darstellern eine neue Chance bieten, so auch "Dschungelkönigin" Ingrid van Bergen. Der Kabarettist und Theaterchef kennt sie "seit Jahrzehnten. Und zwar als erstklassige Schauspielerin
und starke Persönlichkeit." Was wird sie in Berlin spielen? "Sie wird im Schlosspark-Theater mit dem französischen Stück ,Die Klatschmohnfrau' Premiere haben", verrät Hallervorden. Seine zweite Frau Elena, mit der er Sohn Johannes (10) hat, hält ihm den Rücken frei. Über Frau und Sohn sagt er: "Momentan müssen beide viel Verständnis aufbringen."

Der Kabarettist Dieter Hallervorden wird mit dem "Goldenen Vorhang" ausgezeichnet.
Berliner Zeitung 28.02.2008

Der Berliner Theaterclub ehrt den Schauspieler und Kabarettisten Dieter „Didi“ Hallervorden an diesem Sonntag mit dem „Goldenen Vorhang". Der Preis für sein Lebenswerk wird dem 73-Jährigen im Rahmen einer Galavorstellung in Hallervordens „Theater Die Wühlmäuse“ am Theodor-Heuss-Platz verliehen. Dazu wird auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet.

„Dieter Hallervorden hat Berlin mit seiner künstlerischen Arbeit und mit seinen Theatern entscheidend mitgeprägt“, betonte der Leiter des Theaterclubs, Otfried Laur, zur Begründung für die Auszeichnung. „Er ist immer wieder für eine Überraschung gut. Jetzt ist er im Begriff, das seit langem leerstehende Schlosspark-Theater zu beleben und zu bespielen. Wir freuen uns darauf.“ (Internet: www.berliner-theaterclub.de)



Theaterrolle für Ingrid van Bergen:
Hallervorden holt die «Dschungelkönigin»
netzeitung.de 27. Januar 2009

«Ich bin gespannt, was RTL mir anbietet», so die neue Königin des Dschungels nach ihrem Sieg vom vergangenen Wochenende. Das erste neue Engagement für Ingrid van Bergen aber kommt von einem alten Bekannten.

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten: Kaum aus dem RTL-Dschungelcamp entlassen, kann die Siegerin Ingrid van Bergen schon ein erstes neues Engagement verkündent. Die frisch gekürte «Dschungelkönigin» wird ab September im Berliner Schlosspark-Theater von Dieter Hallervorden auftreten. «Ich kenne Ingrid van Bergen schon seit Jahren. Sie ist eine großartige Schauspielerin und eine sehr starke Persönlichkeit«, sagte der neue Betreiber der traditionsreichen Berliner Spielstätte der Zeitschrift »Bunte«.

Er habe van Bergen schon vor Beginn des Dschungelcamps ein Engagement angeboten, so der 73-Jährige weiter. »Als ich hörte, dass sie in den Dschungel geht, wusste ich sofort, dass sie das macht, um zu gewinnen. Sie ist eine echte Kämpferin«, so Hallervorden über seine Kollegin. «Ich gratuliere ihr herzlich und freue mich, im Schlosspark-Theater dem Publikum bald die ganze Bandbreite ihres Könnens zu präsentieren.» Die 77-jährige, die laut «Bild»-Zeitung nur eine geringe Rente bezieht, war unter anderem bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen aktiv. Dieses Jahr allerdings habe sich keine Rolle für die Schauspielerin ergeben, will das Blatt weiter wissen. Ingrid van Bergen hatte am vergangenen Samstag die vierte Staffel der RTL-Show gewonnen. Noch hat der Sender nicht offizell verkündet, ob er mit ihr, ähnlich wie mit dem Vorjahresgewinner Ross Antony, weitere TV-Formate in Planung hat. (nz)



BZ-Kulturpreis für Schlingensief und Lindenberg
welt.de 26. Januar 2009

Gestern gab die Zeitung "BZ" die Gewinner ihres diesjährigen Kulturpreises bekannt: Sänger Udo Lindenberg, Fotograf Andreas Gursky, Entertainer Dieter Hallervorden, Theater-Regisseur Christoph Schlingensief, die Schauspielerinnen Karoline Herfurth und Dagmar Manzel sowie die Band "The BossHoss". Thomas Dörflein, verstorbener Ziehvater des Berliner Eisbären Knut, erhält posthum den Ehrenpreis für die große Freude, die er Berlin und der Welt mit der Aufzucht des Bären im Zoo gemacht hatte.

Aufgrund der Veranstaltungspause der Axel Springer AG für 2009 wird es keine Gala geben. Dafür würdigten bekannte Persönlichkeiten die Preisträger. Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder lobte Udo Lindenbergs gesellschaftliches Engagement: "Vor allem beeindruckt mich, dass er immer wieder bereit ist, gesellschaftlich wichtige Themen anzupacken. Das betrifft den Kampf gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit." Über Lindenbergs zweite Leidenschaft, die Malerei, sagte Schröder: "Seine Bilder sind sehr spezielle Kommentare zu Deutschland und den Deutschen. Kritisch, manchmal provozierend, aber zugleich auch liebevoll. Sie zeigen: Er mag unser Land, und er will es besser machen."

Katharina Wagner, Intendantin der Bayreuther Festspiele, schrieb über den an Lungenkrebs erkrankten Regisseur Christoph Schlingensief, den sie demnächst wieder für Bayreuth gewinnen möchte: "Das Machen von Kunst ist ihm weit wichtiger als das Resultat. Das Werk wird aufgehoben in seinem Herstellungsprozess. Dadurch verweigert Schlingensief natürlich jeden liebenswürdigen Konsens zwischen Machern und Rezipienten vollständig."

Weitere Laudatoren: Chef-Affenpfleger Rainer Opitz (für Dörflein), Sänger Gunter Gabriel (für The BossHoss), Countertenor Jochen Kowalski (für Dagmar Manzel), Comedian Eckart von Hirschhausen (für Hallervorden), Regisseurin Caroline Link (für Karoline Herfurth) sowie DJ Westbam (für Gursky).



Dieter Hallervorden übernimmt Berliner Schlossparktheater
Dieter Hallervorden übernimmt „mit Mut, Engagement und viel Liebe zum Detail“, das Berliner Schlossparktheater. Der zukünftige Intendant ist optimistisch, und kann bereits jetzt mit namhaften Regisseuren aufwarten.
focus.de 08.12.2008

Kult-Komiker Dieter Hallervorden stürzt sich voller Optimismus in das Abenteuer, das renommierte, mittlerweile aber leerstehende Berliner Schlossparktheater wieder auf Vordermann zu bringen. „Ich fasse das mit Mut, Engagement und viel Liebe zum Detail an“, sagte der 73-jährige neue Intendant am Mittwoch. Seine Aufgabe sei es, interessante Regisseure mit prominenten Besetzungen zusammenzubringen. „Ich sehe mich mehr als Glucke für das Ganze.“
Im September 2009 soll das Haus im Stadtteil Steglitz wiedereröffnet werden. Das Land Berlin hatte Hallervorden den Zuschlag für das Theater zum 1. Dezember 2008 erteilt. Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sagte, der Vertrag sei auf zehn Jahre abgeschlossen. Staatliche Zuschüsse solle es nicht geben. In dem Theater wurde seit 2006 nicht mehr gespielt.
Hallervorden sagte, als Regisseure habe er bereits Katharina Thalbach, Dieter Wedel und Klaus Maria Brandauer gewonnen. Er kündigte an, ab und zu auch selbst auf der Bühne stehen zu wollen. Aber er wolle keinen Ableger seines Kabaretts „Die Wühlmäuse“ schaffen. Vielmehr wolle er ein reines Sprechtheater mit großer Spielplanbreite in der Tradition des Hauses etablieren.

Fünf Jahre mietfrei

Zur Sanierung des Theaters müssten 1,2 Millionen Euro aufgewendet werden, die er größtenteils selbst aufbringen werde, sagte Hallervorden. Die Beleuchtung und die Drehbühne funktionierten nicht, zudem müssten die sanitären Anlagen erneuert werden. Wowereit sagte, auch das Land beteilige sich an den Kosten. So werde Hallervorden fünf Jahre Mietfreiheit gewährt und „wir werden unterstützend beim Antrag bei der Lottostiftung tätig sein“. Anschließend müsse Hallervorden aber pro Monat 3.000 Euro Miete bezahlen.

Hallervorden sagte, er habe im Schlossparktheater als Schauspielschüler wunderbare Inszenierungen gesehen. „Da dachte ich spontan: Hier im Schlossparktheater soll mein Geld begraben werden.“ Er sei froh, wenn er am Ende mit plus minus Null rauskäme. „Ich tue das aus sehr großer Liebe zum Theater“, sagte er.
Präsentiert werden sollen sowohl Eigen-, als auch Fremd- und Co-Produktionen. Er wolle weder Boulevard- noch klassisches Schauspieltheater machen. „Wir wollen uns dazwischen positionieren.“

Erfolgsinszenierung aus Paris

Eröffnet werden soll das Theater mit einer Erfolgsinszenierung aus Paris mit dem Titel „Die Socken, Opus 124“, wie der Komiker ankündigte. Ein Ensemble werde es an dem Haus nicht geben. „Ich werde je nach Stück engagieren.“ Dass das Theater mit seinen 450 Plätzen voll wird, davon ist Hallervorden überzeugt. „Mir macht es nur Spaß, in einer Kirche zu predigen, die voll ist“, betonte er.
Im Schlossparktheater feierten unter anderem Hildegard Knef und Klaus Kinski Triumphe. Nach der Schließung der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin 1993 wurde das Haus als Privattheater mit staatlichen Zuschüssen betrieben. Der Intendant Heribert Sasse übernahm das Theater als Privatbühne, scheiterte aber. 2003 erhielt die Stage Entertainment den Zuschlag und präsentierte Musicals. Weil die Zuschauerzahlen nicht stimmten, wurden seit Sommer 2006 keine Vorstellungen mehr gezeigt.
 

Hallervorden übernimmt Schlosspark-Theater
sueddeutsche.de 08.12.2008

Dieter «Didi» Hallervorden will es als Gründungsvater der «Wühlmäuse» und «Dinosaurier des Spaßfernsehens» noch einmal wissen.



Er wird in Zeiten, in denen ständig das Gespenst von Theaterschließungen herumgeistert, in Berlin eine neue Bühne eröffnen und Chef des seit Jahren geschlossenen Schlosspark-Theaters in Berlin-Steglitz werden. Damit wird er Intendant der legendären Barlog-Bühne mit ruhmreicher Theatervergangenheit, wozu Stars wie Hildegard Knef, Klaus Kinski, Bernhard Minetti, Martin Held und Berta Drews gehörten.

Der Dessauer Ehrenbürger Hallervorden mit einem Wohnsitz in der Bretagne und seit geraumer Zeit auch wieder mit stärkerem Berliner Engagement steht zurzeit auf der Bühne seiner «Wühlmäuse» mit «Stationen eines Komödianten», einem kabarettistischen Rückblick seiner 50-jährigen Bühnenkarriere. «Mit 70 hat man noch Träume» hieß seine Gala zum runden Geburtstag vor drei Jahren. Einen will sich «Didi» jetzt noch erfüllen.

Einzelheiten zur Theaterübernahme wollen Hallervorden und der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) an diesem Mittwoch der Öffentlichkeit mitteilen, wie am Montag angekündigt wurde. Nach dpa-Informationen wird der 73-jährige Hallervorden den Spielbetrieb in der Steglitzer Bühne neben dem historischen Wrangelschlösschen im September 2009 aufnehmen. Bei den Verhandlungen mit dem Senat dürften die finanziellen Details wie Umbaukosten, Mieten und Betriebskosten eine wesentliche Rolle gespielt haben. Mit aufwendigen Theater-Umbauten und Renovierungen hat Hallervorden seit dem Umzug seiner «Wühlmäuse» an den Theodor-Heuss-Platz am Berliner Funkturm auch reichlich Erfahrungen gesammelt.

Öffentliche Subventionen sind für den künftigen Spielbetrieb des Schlosspark-Theaters nicht vorgesehen. Allerdings hatte Hallervorden in der Vergangenheit, zuletzt im Oktober, als er erstmals öffentlich sein Interesse für das Schlosspark-Theater bekundete, auf den hohen Sanierungsbedarf des Theaters hingewiesen. Es gehörte zusammen mit dem Schillertheater zu den 1993 geschlossenen Staatlichen Schauspielbühnen Berlins und wurde seitdem nur sporadisch von freien Trägern bespielt.

Im Mai 2006 hatte der letzte Betreiber, der Hamburger Musical-Produzent Stage Entertainment, den Spielbetrieb aus Kostengründen aufgegeben, der Vertrag für das Haus läuft aber noch bis 2009. Neben Hallervorden, der mit großem Erfolg das Comedy-Theater «Wühlmäuse» am Theodor-Heuss-Platz am Berliner Funkturm betreibt, hatte unter anderem auch der Direktor der jahrelang von Schließung bedrohten Kudamm-Bühnen, Martin Woelffer, Interesse an dem Theater angemeldet.

Hallervorden setzt in seiner neuen Bühne im gutbürgerlichen, aber etwas abseits der City gelegenen Steglitz auf «anspruchsvolles Sprechtheater». Der aus Dessau stammende, 1958 in den Westen gegangene 73-Jährige mit dem «zerknautschten Gesicht» ist zwar durch «Nonstop Nonsens» als «Knallcharge» bundesweit bekannt geworden. Er hat aber durchaus Erfahrungen im sogenannten «seriösen» Schauspielfach, wie zum Beispiel als eiskalter Killer in Wolfgang Menges böser Satire «Millionenspiel» von 1970, die übrigens schon damals ein «Verblödungsfernsehen» an die Wand malte, das schließlich sogar vor menschenverachtenden Gewinnspielen nicht mehr zurückschreckt.

 

Ätzend wie Natronlauge
Der Komödiant Dieter Hallervorden am 1. Dezember im Kronenzentrum
Bietigheimer Zeitung 05. November 2008

"Nonstop Nonsens" und die "Didi-Show" zählen zu den Klassikern von Dieter Hallervorden. Der Komödiant ist am Montag, 1. Dezember, zu Gast im Bietigheimer Kronenzentrum.

Dieter Hallervorden präsentiert "Stationen eines Komödianten".
Hand aufs Herz. An wie viel "Künstler" aus dem Quatsch-Comedy-Club kann man sich erinnern? Welche Witze bleiben im Trommelfeuer billiger Zoten hängen und wo verläuft die Grenze zwischen humoristischer Unterhaltung und blanker Dummheit? So grenzt sich Dieter Hallervorden schon sprachlich vom Heer so genannter Comedy-Künstler ab und nennt sein Programm "Stationen eines Komödianten".

Während Comedy als moderner Oberbegriff verschiedene Formen in sich vereint, steht die Komödie für das klassische Lustspiel. Damit lässt sich Hallervorden eher seinen Kollegen Loriot und Otto zuordnen, weniger Dieter Nuhr oder Urban Priol. Dabei ist er nicht weniger unterhaltsam, nach wie vor füllt er auch nach 50 Jahren auf der Bühne die Hallen.

Der 73-jährige hat eine bewegte Biografie hinter sich. 1935 in Dessau geboren, studierte Hallervorden an der Humboldt-Universität im "demokratischen" Sektor von Berlin Romanistik. Nach seiner Flucht aus der ehemaligen DDR setzte er sein Studium an der Freien Universität fort, belegte als zweites Fach Publizistik und hörte Vorlesungen in Theaterwissenschaft.

Hallervorden hat viel im Leben gesehen. Er war Bauhilfsarbeiter, Bierfahrer und Gärtner, nebenher war er Mitglied einer Theatergruppe. Bereits im Doktorandenseminar entschloss er sich, aus dem Hobby der Schauspielerei einen Beruf zu machen. Wegen mangelnder Erfahrung wurde er an der Max-Reinhardt-Schauspielschule abgewiesen, einige Zeit später gründete er mit anderen das politisch-satirische Kabarett "Die Wühlmäuse", das zum Kult wurde.

Er produzierte zahlreiche eigene Programme für die Bühne und Fernsehprogramme. Darunter ,,Nonstop Nonsens" für den damaligen Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart, schlicht ein Quotenbringer. Unvergessen seine Marty-Feldman-Hommage, die Zusammenarbeit mit Helga Feddersen für ,,Du die Wanne ist voll" und das Stück über die Kuh Elsa.

Der Dessauer Hallervorden hat den ,,Didiismus" als eigene Kunstform geschaffen, ist nah an den Problemen der Menschen und kann ätzend wie Natronlauge sein. So seien Experten Leute, die zwar 99 Liebesstellungen kennen, aber kein einziges Mädchen. Für ihn ist deutscher Humor ein Schlankmacher, weil man meilenweit laufen müsse, bis man ihn trifft.

Gleichzeitig ist der Komödiant geschäftstüchtig und auch finanziell erfolgreich. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass Dieter Hallervorden das Schlosspark-Theater in Berlin-Steglitz gekauft hat, um dort ab der Saison 2009 hochwertiges Sprechtheater mit namhaften Künstlern zu inszenieren.

So ist am Montag, 1. Dezember, ab 20.00 Uhr beste Unterhaltung im Kronenzentrum geboten. Dieter Hallervorden wird einen Querschnitt aus seiner Bühnenlaufbahn zeigen, versehen mit kabarettistischen Novitäten.




Didi Hallervorden macht wieder Theater
Er will in Berlin eine neue Bühne eröffnen
Heidenheimer Neue Presse 25.Oktober 2008



Der Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden (73) will das seit Jahren geschlossene Schlosspark-Theater in Berlin neu eröffnen und damit an große Schauspieltraditionen anknüpfen.
Dieter "Didi" Hallervorden hat einen Traum. Ausgerechnet der "Dinosaurier des Spaßfernsehens" und Pionier der Comedys will in Zeiten, in denen ständig das Gespenst von Theaterschließungen herumgeistert, in Berlin eine neue Bühne eröffnen. Dabei setzt "Didi" auf "anspruchsvolles Sprechtheater" und will neben seinen "Wühlmäusen" jetzt das seit Jahren geschlossene traditionsreiche Schlosspark-Theater als Theaterchef übernehmen. Das war zuletzt von der Stage Entertainment geleitet worden, ohne dass das Musicalunternehmen damit glücklich werden konnte. Die Sache ist zwar noch nicht unterschriftsreif und die Berliner Kulturverwaltung ringt mit Hallervorden noch um die finanziellen Details wie Umbaukosten, Mieten und Betriebskosten - regelmäßige Subventionen wird es sowieso nicht geben. Doch beide Seiten haben ein großes Interesse daran, die einstige Barlog-Bühne und "Zweigstelle" des Schiller-Theaters, an der früher Stars wie Hildegard Knef, Klaus Kinski, Martin Held, Berta Drews und Bernhard Minetti auftraten, zu neuem Leben zu erwecken. Und mit aufwendigen Theater-Umbauten und Renovierungen hat Hallervorden seit dem Umzug seiner "Wühlmäuse" an den Theodor-Heuss-Platz am Berliner Funkturm auch reichlich Erfahrungen gesammelt. Der aus Dessau stammende, 1958 in den Westen gegangene 73-Jährige mit dem "zerknautschten Gesicht" ist zwar durch "Nonstop Nonsens" als "Knallcharge" bundesweit bekannt geworden. Er hat aber durchaus Erfahrungen im sogenannten "seriösen" Schauspielfach, wie zum Beispiel als eiskalter Killer in Wolfgang Menges böser Satire "Millionenspiel" von 1970, die übrigens schon damals ein "Verblödungsfernsehen" an die Wand malte, das schließlich sogar vor menschenverachtenden Gewinnspielen nicht mehr zurückschreckt. Für Hallervorden gibt es auch noch heute genug talentierten Schauspielnachwuchs, ob im Kabarett oder auch in anderen Bereichen. "Sie werden aber vor allem im Privatfernsehen, wo vieles zudem unterhalb der Gürtellinie stattfindet, gleich auf niedrige Erwartungshaltungen getrimmt. Sie lassen jeden, der acht komische Fressen ziehen kann und zehn komische Sprüche drauf hat, vor die Kamera, ohne jede Berufsausbildung." Also ließ der frühere Romanistik- und Publizistik-Student, der eigentlich Auslandskorrespondent werden wollte, den ehemaligen britischen Offiziersklub am Charlottenburger Theodor-Heuss-Platz aufwendig umbauen und im Jahr 2000 neu eröffnen - mit bis heute riesigem Erfolg. Er setzte auf die neue Comedy-Welle mit hochkarätigen Gastspielen, auch weil er nie den Plan hatte, politisches Kabarett zu machen, "bis mir die ersten Haare ausfallen". Jetzt setzt er wieder zu neuen ambitionierten Höhenflügen an und will die zumindest an Theatern nicht gerade arme Hauptstadt, in der selbst die Boulevardbühnen am Kudamm um die Publikumsgunst kämpfen müssen, mit einer neuen Bühne bereichern, die anknüpfen soll an große Schauspieltraditionen der früheren Jahrzehnte. Ja sicher, "Mut kann auch eine Fehleinschätzung des Risikos sein", wie er weiß, aber bisher hat sich das "alte Zirkuspferd" des Theaters stets ganz gut selbst einschätzen können. Und schon zu seinem 70. Geburtstag vor drei Jahren träumte er von einer Charakterrolle, die er gerne mal wieder spielen würde. 2007 feierte der Dessauer Ehrenbürger und Enkel von Hans Hallervorden, Gartendirektor in Dessau-Wörlitz, Bühnentriumphe in seiner Heimatstadt als "Nervensäge" nach dem Theaterstück von Francis Veber und der französischen Kino-Krimikomödie "Die Filzlaus" (1973).



Dieter Hallervorden erwartet Zuschlag
Berliner Morgenpost 19. Oktober 2008


Der Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden hat offenbar gute Chancen, das seit Jahren geschlossene Schlosspark-Theater in Steglitz zu betreiben.
Er sei darüber noch in Gesprächen mit der Kulturverwaltung und erwarte einen Abschluss im November, "die Signale stehen auf Grün", sagte Hallervorden

Der Sprecher der Kulturverwaltung, Torsten Wöhlert, sagte, man sei noch in "schwierigen Verhandlungen" über die finanziellen Konditionen. Dabei gehe es um Investitionen in den Bau, den Betrieb und die Mietkosten. Es werde jedoch keine regelmäßigen öffentlichen Subventionen für das Schlosspark-Theater geben. Das künstlerische Konzept Hallervordens klinge "recht gut".
Hallervorden, der bereits seit Jahren mit großem Erfolg sein Comedy-Theater "Wühlmäuse" am Theodor-Heuss-Platz betreibt, plant "anspruchsvolles Sprechtheater und keine "Wühlmäuse 2"", wie er sagte. "Ich verbeuge mich vor der großen Tradition des Schlosspark-Theaters und will die Bühne mit bedeutenden Schauspielern aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken." Ihm sei klar, dass er keine Subventionen zu erwarten habe. Auch Martin Woelffer (Kudamm-Bühnen) und Schauspieler Cuco Wallraff hatten sich beworben.
as Schlosspark-Theater war 1993 als Staatliche Bühne geschlossen, danach aber sporadisch weiter betrieben worden. Im Mai 2006 gab der letzte Betreiber, Musical-Produzent Stage Entertainment, den Spielbetrieb aus Kostengründen auf.



Sat 1: Kai Pflaume und versteckte Kameras
www.digitalfernsehen.de 16.Oktober 2008


In der neuen Ausgabe der "Comedy-Falle" auf Sat 1 locken TV-Magier Uri Geller und Moderatorin Mirjam Weichselbraun Ahnungslose vor die versteckte Kamera.


Am kommenden Freitag um 20.15 Uhr verwandelt Geller ein Hotel am Tegernsee in ein Spukhotel und verdreht einer Angestellten den Kopf. Weichselbraun hingegen macht
bei einem "Klassentreffen" die Freundin eines Schulkollegen eifersüchtig. Wieder mit dabei in der Sendung mit Kai Pflaume sind die Komiker Janine Kunze und Dieter Hallervorden.

Für seinen Sohn verändert er sein Leben www.welt.de 23. September 2008
 
Komiker synchronisiert Zeichentrickserie
"Ich liebe meinen Beruf als Schauspieler. Das Einzige, was ich dabei für absolut überflüssig halte, ist das Synchronisieren", sagt Dieter Hallervorden. In einem "dunklen Raum fremden Personen seine Stimme zu geben und das ohne Publikum, das ist für mich, als wenn man Architektur studiert und dann für den Rest seines Lebens nur noch Pissoirs entwerfen darf".
Trotzdem steht der 73 Jahre alte Kabarettist und Komiker seit gestern in Hermsdorf in einem Tonstudio und ächzt und krächzt und brüllt vorwiegend Gemeinheiten in ein Mikrofon. Für die neue 3D-Zeichentrickserie "Cosmic Quantum Ray" (eine Produktion der ARD und von Ki.Ka) verleiht er nämlich einer der Figuren, dem galaktischen Gauner Professor Gehirnkopf, seine Stimme. "Ich habe gleich zugesagt, weil ich mit meinem jüngsten Sohn immer Ki.Ka gucke und mir das ganz gut gefällt", erzählte Hallervorden.
Für den 10-jährigen Johannes (das jüngste von vier Kindern) hat "Didi" sein Leben umgestellt. In der Vergangenheit konnte man den Wahlberliner immer seltener an der Spree antreffen. Fünf bis sechs Monate im Jahr verbrachte er auf dem Schloss vor der bretonischen Küste Ende der 1980er-Jahre für rund eine Million Mark kaufte. Aber: "Meine Freizeitaktivitäten habe ich den Bildungschancen meines Sohnes zuliebe weitgehend eingestellt. Von den Schulferien einmal abgesehen, bin ich jetzt das ganze Jahr über in Berlin."
Und da kann man ihn jetzt auch schon mal privat im Theater antreffen. "Erst vergangene Woche war ich in der Komödie am Kurfürstendamm in einem Stück, dessen Name ich nicht mehr weiß, aber das ich fantastisch fand."
Die Synchronaufnahmen dauern noch bis Ende Oktober, pünktlich zum Start des "Internationalen Jahres der Astronomie 2009" wird "Cosmic Quantum Ray" ab dem 26. Januar auf Ki.Ka zu sehen sein (Sendeplatz voraussichtlich nachmittags). Mit der amerikanisch-deutschen Koproduktion sollen Kindern Phänomene der Quantenphysik vermittelt werden. Er selbst habe davon aber "keine Ahnung", sagte Didi.
Weitere Synchronrollen übernehmen Hella von Sinnen, Tigerenten Club-Moderator Malte Arkona, Detlef Bierstedt (die deutsche Stimme von George Clooney) und Barbara Ratthey (Stimme von "Golden Girl" Sophia). Und damit die den Kindern auch keinen Unsinn erzählen, stehen ihnen bei der gerade laufenden Synchronisation Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik beratend zur Seite.
Im nächsten Jahr will sich Hallervorden wieder den für ihn spannenderen Seiten des Schauspieler-Seins widmen. "Ich werde mindestens einen Spielfilm drehen", kündigte er an.

Internet-Kabarettpreis Gold-ZECK 2008 an Dieter Hallervorden
Kabarettlive.de 17.09.2008


Der Ehrenpreis 'Gold-ZECK' des Internet-Kabarett-und-Comedy-Portals Kabarettlive.de geht 2008 an Dieter Hallervorden. Der Gold-ZECK wird im Vorfeld der Onlinewahl zum Internet-Kabarettpreis 'ZECK' einem Kabarettisten oder Kommödianten für sein Lebenswerk verliehen.Die Vorgänger Dieter Hallervordens waren Dieter Hildebrand (2007), Georg Kreisler (2006), Vicco v. Bülow alias Loriot (2005) und Hanns-Dieter Hüsch (2004).Der eigentliche Wettbewerb zum ZECK Internet-Kabarettpreis 2008 beginnt am 1.Oktober 2008 und dauert bis zum 30.November 2008. Die Besucher von Kabarettlive.de wählen aus jeweils 4 Kandidaten in drei Kategorien (Hauptpreis, Nachwuchspreis und Musikpreis) die ZECK-Gewinner 2008.


Dieter Hallervorden spricht 3D-Zeichentrickprofessor
Berliner Morgenpost Dienstag, 16. September

Dieter Hallervorden spricht 3D-Zeichentrickprofessor
Berliner Morgenpost Dienstag, 16. September
Komiker und Kabarettist Dieter Hallervorden (73, Foto) verleiht einer der Figuren der neuen 3-D-Animationsserie "Cosmic Quantum Ray" (ab Ende 2008 auf Ki.Ka) seine Stimme. Mit der Zeichentrickserie, für die "Didi" den galaktischen Gauner Professor Gehirnkopf spricht, soll Kindern Wissen über Astronomie und Quantenphysik vermittelt werden. Weitere Synchronrollen übernehmen Tigerenten-Club-Moderator Malte Arkona und Barbara Ratthey , deren Stimme man vom Golden-Girl Estelle Getty kennt. Am Montag beginnen die Sprech-Aufnahmen in Berlin-Hermsdorf.



Partys am Roten Rathaus
Heute lädt Wowereit ein, morgen folgen die Bayern
Tagesspiegel 16.09.2008

Am Roten Rathaus wird in diesen Tagen mächtig gefeiert. Heute Abend lädt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zum traditionellen Hoffest ein, zu dem 3500 geladene Gäste erwartet werden. Am Mittwoch dann, ab 18 Uhr, findet der Berliner Auftakt des Münchner Oktoberfestes im „Löwenbräufestzelt“ vor dem Rathaus statt. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihr Kommen gegen 19.30 Uhr angekündigt. Ab Donnerstag ist das Zelt vier Tage lang für alle geöffnet.

Das Hoffest des Regierenden findet zum achten Mal statt und wird durch 100 Sponsoren finanziert. Spitzenköche werden bei einer „Küchenparty“ Spezialitäten zubereiten. Beim Showprogramm präsentieren sich Berliner Einrichtungen, etwa der Friedrichstadtpalast, der Wintergarten, die Komische Oper und das Rundfunksinfonieorchester. Neben den politischen Landes- und Fraktionsspitzen werden auch Arbeitsminister Olaf Scholz, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sowie die Vizepräsidenten des Bundestages, Petra Pau und Wolfgang Thierse, erwartet. Auch die Sport-, Musik-, und Schauspielszene wird vertreten sein, zum Beispiel will Didi Hallervorden mitfeiern.

Viel geladene Prominenz aus Kultur, Politik und Wirtschaft wird auch einen Tag später beim Oktoberfest-Auftakt erwartet. Eröffnet wird es vom bayrischen Ministerpräsident Günther Beckstein. Wir verlosen für den Abend 5x2 Eintrittskarten. Wer beim Fassanstich dabei sein will, schreibt heute bis 16 Uhr eine E-Mail an: verlosung@tagesspiegel.de. Bitte nennen Sie uns Ihre Telefonnummer, unter der wir Sie tagsüber erreichen. Wir rufen die Gewinner zurück. Die Karten müssen beim Tagesspiegel in der Potsdamer Straße 77–87 abgeholt werden.



Herzlichen Glückwunsch
quotenmeter.de 05. September 2008

Dieter Hallervorden feiert heute seinen 73. Geburtstag. Der Durchbruch gelang ihm 1975 mit der Slapstick-Reihe «Nonstop Nonsens», die bis zu ihrem Ende 1980 Rekordquoten erreichte. Der wohl bekannteste Sketch der Reihe ist „Flasche Pommes“ (auch bekannt als „Palim-Palim“). Von 1994 bis 2003 präsentierte Hallervorden – nach einem kurzen Ausflug zu Sat.1 – seine «Spott-Lights». Für die ARD moderierte er auch von 1996 bis 1997 die Sendung «Verstehen Sie Spaß?» und produzierte 2000 zwölf Folgen der Familien-Komödie «Zebralla».

Goldener Vorhang für Dieter Hallervorden
Publikumspreis für von Koczian und Horwitz
rbbonline 01.September 2008

Die beliebtesten Schauspieler der Berliner Theatersaison 2007/2008 sind Johanna von Koczian und Dominique Horwitz. Wie der Berliner Theaterclub am Montag mitteilte, werden die beiden Künstler für ihre Leistungen mit dem "Goldenen Vorhang 2008", dem einzigen Publikumspreis für Schauspieler geehrt.

Von Koczian erhalte den Preis für ihre "wunderbare Darstellung" in "Oskar und die Dame in Rosa" in der Komödie am Kurfürstendamm. Horwitz werde für seinen Publikumsrenner "Ich mach ja doch was ich will" im Renaissance Theater ausgezeichnet.

Einen "Goldenen Vorhang" für sein Lebenswerk bekommt den Angaben zufolge der Komiker Dieter Hallervorden. Der Berliner Theaterclub vergibt den Publikumspreis seit 1976. Johanna von Koczian wird nach 1977 und 1979 zum dritten Mal ausgezeichnet.

Til macht uns den Loriot
BildZeitung 25.August 2008

Wie einst Evelyn Hamann (1942-2007) und Vicco von Bülow (84) alias Loriot auf dem legendären Sofa – so saßen am Samstagabend RTL-Quoten-Queen (39, „Bauer sucht Frau“) Inka Bause und Kino-Star Til Schweiger (44, „Keinohrhasen“) nebeneinander.

Nur nicht, um sich über ein kaputtes TV-Gerät zu streiten, sondern um die Jury beim Kleinkunstfestival in den „Wühlmäusen“ zu geben.

Jedes Jahr wetteifern in dem Berliner Kabarett-Theater Kabarettisten miteinander. Unter Schirmherrschaft von Ulk-Urgestein Dieter Hallervorden (72) und moderiert von Dieter Nuhr (47).

Komiker Ralf Schmitz (33, „Schillerstraße) war dieses Mal einer der Gewinner. (bon)


Wühlmäuse: Trophäen für die besten Comedians

Berliner Morgenpost
Montag, 25. August 2008

Für Daniela aus Reihe Vier war es ein Schock zu vorgerückter Stunde. Da hatte sie dreieinhalb Stunden völlig unbehelligt durchgelacht - und plötzlich stand sie komplett überrumpelt selbst auf der Bühne. So schnell kann ein Abend abstürzen! Hochgeschwindigkeitskomiker Ralf Schmitz hatte die junge Frau zu seiner Geräuschimitatorin auserkoren und die wollte den Job im Rampenlicht schnellstens hinter sich bringen.
Nicht ganz so einfach, wenn man auf einmal einen Mord im Solarium vertonen soll. Schmitz fuhr unversehens im leisesten Auto der Welt, elektrobetrieben, schlich sich auf klackernden Stöckelschuhen an sein Opfer an und kämpfte mit Türen, die wie getretene Katzen quietschten, während seine Pistole lediglich ein schnödes "Peng" von sich gab.
Lachtränen treibend, wie sich der quirlige Comedian mit seiner unfreiwilligen, aber kongenialen Partnerin durch eine aberwitzige Nummer improvisierte. Nur ein Highlight unter vielen beim "Großen Kleinkunstfestival" der Wühlmäuse am Sonnabend Abend, das RBB live im Fernsehen übertrug. Was das Kabarett-Theater unter der Leitung von Schirmherr Dieter Hallervorden und Regisseur Thomas Kornmayer da für die mittlerweile achte Auflage des Pointen-Marathons ausgeheckt hatten, war eine absolute Sternstunde.
Wie immer moderiert von dem bestens aufgelegten Dieter Nuhr, wurden an diesem Abend vier Maustrophäen verliehen. Neben Ralf Schmitz, der den Berlin-Preis erhielt, wurde Emil Steinberger, der Schweizer Grandseigneur der leisen Komik, mit dem Ehrenpreis geadelt. Ein hochkarätiges Teilnehmerfeld stritt um zwei weitere Preise in einem zwerchfellerschütternden Wettbewerb. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Bodo Wartke durfte Nessi Tausendschön den Jury-Preis verdient aus den Händen des Jury-Vorsitzenden Til Schweiger entgegen nehmen. Bodo Wartke indes, der Wahl-Kreuzberger mit norddeutschem Migrationshintergrund, strahlte über den Publikumspreis. Er hatte sich mit seinen vor hintersinniger Bosheit und spontanem Ulk funkelnden Liedern gegen eine brillant aufspielende Konkurrenz durchgesetzt.
Berlins Kleinkunstfestival ist längst ein Zuschauermagnet und Top-Act der Branche. Mit grandiosen Preisträgern, einer prominenten Jury und fabelhaften Gästen wie Gayle Tufts, Matthias Egersdörfer und Mirja Boes zeigte man sich denn auch selbstbewusst. Vor allem die hierzulande kaum bekannte spanische Comedy-Truppe Yllana war eine Entdeckung, die Lust auf mehr machte. Egal, ob als schwerelose Astronauten beim Fußballspielen mit der Erdkugel oder als fröhlich tanzende Hühner kurz vor dem tödlichen Abschuss. Extraklasse!

Til Schweigers 1½ RITTER kommt früher ins Kino
WIDESCREEN Vision - 23. Juli 2008

Warner zieht den Start der deutschen Komödie zwei Monate vor.
Wie die Pressestelle von Warner heute bekannt gab, wird Til Schweigers neue Komödie ganze zwei Monate früher als zunächst angekündigt anlaufen. So soll 1½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde nicht erst am 19. Februar 2009, sondern bereits am 18. Dezember 2008 in die Kinos kommen. Regisseur und Hauptdarsteller Til Schweiger (links) und seine Kollegen beim Dreh zu 1½ Ritter. Grund für die neue Terminfestlegung sei der unerwartet frühe Abschluss der Produktion, bei der Til Schweiger neben der Hauptrolle auch die Regie übernommen hat. Der Starttermin entspricht nun dem von Schweigers Vorjahreserfolg Keinohrhasen (ab 22. August auf DVD) - wenn das kein gutes Omen ist! Die Mittelalterparodie verspricht einige schräge Gags und illustre Gäste wie Thomas Gottschalk, Udo Kier, Roberto Blanco, Dieter Hallervorden, Hannelore Elsner, Johannes Heesters und die New Kids On The Block.
 

Fußballfans verdoppeln Summe
newsclick.de - 20. Juli 2008

EM-Tippspiel: Verein für krebskranke Kinder erhält Spende von 25 000 Euro

SALZGITTER/HANNOVER. Komiker Dieter Hallervorden, die ehemalige Top-Schwimmerin Franziska von Almsick oder der österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Sie und viele mehr nahmen an der Tipprunde zur Fußball-Europameisterschaft teil – für den guten Zweck.

Mit seinen Arbeitskollegen Michael Haut und Gerd Grastorf initiierte der Salzgitteraner Volker Machura zur EM 2004 erstmals eine Tipprunde mit zehn Euro Einsatz zugunsten des Vereins für krebskranke Kinder Hannover. Seitdem verbinden sie alle zwei Jahre Fans des runden Leders miteinander – getreu dem Motto "Fußballbegeisterte aller Länder vereinigt Euch".

"Mehr als 900 Menschen aus ganz Europa haben in diesem Jahr mitgemacht", berichtet Machura. In diesem Jahr kam eine Summe von 25 000 Euro zusammen. Das Geld überreichte der "harte Kern" der Tippgemeinschaft Bärbel Dütemeyer. Beim Sommerfest des Vereins für krebskranke Kinder auf dem Gelände des Heilig-Geist-Stiftes nahm die Vorsitzende den symbolischen Scheck entgegen. Sie bedankte sich für den unglaublichen Einsatz der Fußballfans, die seit 2004 ihren Spendebetrag jeweils knapp verdoppelt haben: 2004 kamen 6400 Euro zusammen, zur Weltmeisterschaft waren es bereits mehr als 13 000 Euro – und nun 25 000 Euro.

"Von diesem Geld werden wir die Basisarbeit unseres Vereins finanzieren – dazu gehören beispielsweise Elternwohnungen auf dem Gelände der Medizinischen Hochschule Hannover und zusätzliche Ärzte", erklärt Bärbel Dütemeyer.